Stand 2006

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Reise durch Costa Rica vom 11.06. bis 23.06.2002
Daniela Illner und Dirk Steinborn



Morgenstimmung am Rio Sierpe
Wir wurden direkt am Flughafen von Guillermo abgeholt. Am ersten Tag dann eine kleine Wanderung, um uns an das Klima zu gewöhnen. Wir wohnten direkt in Trinidad (bei San Jose) in Guillermos Haus. Das Zimmer war klasse und hatte einen separaten Schlafraum sowie Dusche /WC. Bezahlt wurde vor Antritt der Tour, so mußten wir auch nicht mehr auf das Geld aufpassen. Wir hatten selten etwas dabei, denn alle Speisen und Getränke waren inklusive. Am zweiten Tag ging es dann mit dem Bus über die berühmte PanAmerican zur Halbinsel Osa nahe der Grenze zu Panama.


Die Fahrt dauerte zwar 7 Stunden, aber die Landschaft entschädigte dafür um so mehr. Als wir am Nachmittag in Sierpe ankamen, bezogen wir unsere Zimmer am Ufer des Rio Sierpe, wo man schon eine Vielzahl von Vögeln beobachten konnte. Als es dunkel wurde, fuhren wir mit dem Boot den Fluß hinauf. Wir hätten im Dunkeln wohl nichts gesehen, aber zum Glück hatten wir ja unseren Kapitän dabei. Im Scheinwerferlicht konnte man dann die Tiere aus nächster Nähe beobachten (Wickelbär, Kaiman, Eisvögel, Kahnschnäbel und eine Flußboa) und fotografieren.
Kapuzineraffe bei der
Nahrungssuche



Ausblick auf die Drake Bay
von unserem Zimmer
Der dritte Tag führte uns dann den Rio Sierpe hinab durch Mangroven bis zum Pazifik. Dort wurde es etwas aben-teuerlich durch die Wellen. Wir gelangten jedoch sicher hindurch und hielten Kurs Richtung Drake Bay. Dort bezogen wir für die nächsten 4 Nächte unsere Zimmer. Diese waren komplett aus Holz, sehr sauber und lagen etwa 80 m entfernt vom Restaurant den Hügel hinauf. Besonders der Blick über die Bucht war einfach atemberaubend. Hinter uns lag der Regenwald. Nach dem Einräumen unserer Sachen ging es sofort zum Strand, der immer wieder durch vulkanische Felsen unterbrochen wurde und eine ganze Reihe kleinerer Buchten bietet.


Der vierte Tag begann schon um 4.30 Uhr. Irgendwie behielten wir dieses frühe Aufstehen den ganzen Urlaub bei. Es war traumhaft, jeden Morgen das Erwachen des Urwaldes zu beobachten. Nach dem Frühstück wanderten wir zum Rio Claro durch den Regenwald an der Küste entlang. Sieben Kilomenter Fußmarsch sind zwar ein wenig anstrengend, doch wenn man am Rio Claro ankommt, ist alles vergessen: Kein einziger Tourist (das war übrigens die gesamte erste Woche der Fall) und kühles kristallklares Süßwasser zum Abkühlen umrahmt von Regenwald.
Mündung des Rio Claro
in den Pazifik



Abgottschlange
(Boa constrictor)
Am fünften Tag ging es per Boot die Küste entlang zum Corcovado Schutzgebiet. Schon auf der Fahrt sieht man viele Seevögel. Die beiden Wanderungen durch den Regenwald waren aber noch beeindruckender. Für alle Fälle mit verschiedenen Objektiven ausgerüstet, kamen wir voll auf unsere Kosten: Agutis mit Jungen, Brüllaffen, Nasenbären, eine Buschmeister, Arakangas, Geier, Pelikane uvw.. Die Abgottschlange schlummerte übrigens direkt über unserem Rastplatz.


Zur Insel Cano fuhren wir mit dem Boot am sechsten Tag. Während der Fahrt sahen wir zwei Gruppen von Delphinen auf der Jagd, fliegende Fische und Tölpel. Auf der Insel angekommen ging es in den Regenwald um die präkolumbianischen Grabsteine zu besichtigen. Leider haben Plünderer die meisten Gräber zerstört und man sieht nur noch wenig. Der Wald ist dafür umso schöner. Alles ist mit Bromelien überwuchert. Den Nachmittag verbrachten wir zum entspannen am Strand, schnorchelten über die Korallen, aßen Kokosnüsse oder beobachteten Vögel. An diesem letzten Tag konnten wir nachts noch ein Erdbeben der Stärke 5 miterleben. Da die Häuser aus Holz gebaut sind, bestand auch keine größere Gefahr und wir konnten das aufregende Schauspiel geniesen. Man erlebt so etwas ja nicht alle Tage. Nun mußten wir uns auch nicht mehr ägern, dass wir das Beben zwei Tage zuvor verschlafen hatten.
Ausgehöhlter Baum im
Corcovado



Orchidieen-Park in Cartago
Der siebente Tag wurde dann durch die Rückreise nach Trinidad aufgebraucht. Eigentlich stand für den folgenden Tag die Tagestour nach San Jose an. Da wir Berliner aber genug Großstadt das ganze Jahr über haben, hat Guillermo uns einen Ausflug nach Cartago vorgeschlagen. Dort besichtigten wir einen Orchideen-Park und waren über diesen Ersatz einfach glücklich. Am neunten Tag bestiegen wir den Vulkan Poas. Wenn man einen Reiseleiter wie Guillermo hat, muß man nicht immer die öffentlichen Touristenwege nutzen. So kamen wir in den Genuß, abseits der gepflasterten Wege durch einen dichtbewachsenen Bergnebelwald den 2700 Meter hohen Krater zu erklimmen.


Oben angekommen erinnerte uns das Wetter zum ersten mal im Urlaub daran, dass wir in der Regenzeit reisten. Innerhalb von zwei Minuten stand das Wasser 3 cm in unseren Schuhen. Naja, in San Jose wieder angekommen, war alles schon wieder trocken.
Den zehnten Tag verbrachten wir im Braulio Carrillo Nationalpark wieder jenseits von Touristen. Hier befindet sich ein fantastischer Primärregenwald. So alt, dass bereits die Blätter mit Moos bewachsen sind.

Schwefelsee im Krater
des Vulkan Poas



Wasserfall bei
La Fortuna
Am elften Tag brachen wir in den Norden Richtung nikaraguanische Grenze auf zum Vulkan Arenal. Am frühen Nachmittag angekommen, ging es nach einem kleinen Essen zum Reitausflug. Obwohl wir keine Ahnung vom Reiten hatten, war das kein Problem. Die Pferde wußten, was sie zu tun hatten. So konnten wir uns ausgiebig auf Landschaft und Tiere konzentrieren. Nach einer Stunde erreichten wir den 36 m hohen Wasserfall und genossen das klare Wasser. Als wir wieder in La Fortuna ankamen, konnten wir uns gerade noch in die Zimmer retten, denn um den Arenal hatten sich Regenwolken zusammengezogen, welche sich jetzt innerhalb kürzester Zeit über dem Ort ergossen. Der nächste Tag führte uns zum Cano Negro Schutzgebiet. Vorher konnten wir allerdings beim Frühstück das Viertelfinale gegen die USA im Fernsehen sehen - kein schlechter Tagesanfang!


Wir reisten diesmal mit einem lokalen Reiseunternehmen und 2 Holländern sowie 2 Amerikanern. Schon auf der Fahrt entdeckte unser Guide einen Tukan und ein Faultier. Die Fahrt auf dem Fluß anschließend war ausgezeichnet. Besonders beeindruckend war, wie nah man an die Tiere herankam - teilweise bis auf einen Meter. Da lachte das Fotografenherz. Der Fluß wurde bevölkert von hunderten von Vögeln, einem Faultier, Kaimanen mit Jungtieren, Brüllaffen und verschiedenen Echsen. Mittagessen gab es am Ufer.
Leguan



La Fortuna am Fuße des
Vulkan Arenal
Wieder angekommen in La Fortuna machten wir uns gleich wieder auf den Weg, jetzt zum abendlichem Bad. Durch den Vulkan fließt ein Fluß, der dadurch auf 39 Grad erhitzt wird. In einem Bad wird er angestaut und bildet mehrere terassenförmige Becken aus Naturstein. Da es schon dunkel war, waren wir fast die einzigen Badegäste und genossen in der "Badewanne" die nächtlichen Geräusche des Dschnungels.
Beim Aufbruch nach Hause, öffnete sich zum erstenmal die Wolkenhülle des Arenal und wir konnten sehen, wie rotglühende Lava den Berg hinunterrollte - fantastisch!


Am dreizehnten Tag stand eine letzte Wanderung rund um den Arenal an. Wieder keine Menschen dafür aber Spinnenaffen und ein beeindruckender Blick auf das Lavafeld sowie auf die Lagune. Im Hintergrund konnte man den Vulkan hören, wenn er wie eine alte Dampflok schnaubte. Danach ging es wieder nach Trinidad und es hieß Abschied nehmen - bis zum nächsten Mal. Insgesamt war es einer der schönsten Urlaube. Besonders die individuelle Gestaltung hatten wir so noch nicht erlebt. Gleichzeitig mußte man sich um nichts kümmern. So war es eine perfekte Mischung aus Rucksacktourismus und organisierter Reise. Das die Landschaft in Costa Rica zu einer der abwechslungs-reichsten und schönsten gehöhrt, die es gibt, muß man wohl kaum noch sagen. Gleiches gilt für die atemberaubende Tierwelt, welche man hier auch tatsächlich zu Gesicht bekommt. Garantien gibt es dafür allerdings nicht, doch es ist ja auch kein Zoo!
Kaiman mit Jungtier

 Daniela Illner / Dirk Steinborn 2002